Der Unterlauf der Elbe ist das ideale Segelrevier für ein paar tausend Segler aus Hamburg und den Elbmarschen. Mit den schnellaufenden Tiden, den Sandbänken und tiefen Fahrrinnen ist es ein anspruchvolles Flußrevier, das seinen besonderen Reiz durch das Nebeneinander von Deichlandschaften, beschaulichen Orten, aber auch Großschiffahrt, Industrie und der Großstadt Hamburg hat.

Typisch für die gesamte Unterelbe sind die hohen Schutzdeiche vor den Marschen, das locker mit Bäumen und Gestrüpp bewachsene Deichvorland, die Buhnen, zwischen denen sich teilweise dichtes Schilf erstreckt, die kleinen und großen Sände, teils bewachsen, teils nur mit dünner Grasnarbe versehen.

Zwischen Cuxhaven und Hamburg erstreckt sich dieses Revier auf einer Länge von rund 60 Seemeilen. Für den Segler wichtig sind gutes Kartenmaterial und der Tidenkalender. Zwischen Hoch- und Niedrigwasser liegen um drei Meter Tidenhub, die Stromgeschwindigkeit liegt zwischen zwei und vier, manchmal mehr Knoten. Die Häfen sind teils tidenunabhängig, teils fallen sie trocken, teilweise versperrt eine Barre bei Niedrigwasser die Einfahrten. Die Nebenflüsse sind alle mit Sturmflut-Sperrwerken versehen, die Brücken an diesen Sperrwerken öffnen zu bestimmten Zeiten oder auch auf Signal oder Anruf über UKW.

Die gesamte Unterelbe ist ein vielbefahrener Schiffahrtsweg, in besonderem Maße zwischen Cuxhaven und den Schleusen zum Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel, daher ist große Aufmerksamkeit für das Nebeneinander von Groß- und Freizeitschiffahrt wichtig.
Häfen und Ankerplätze

In Cuxhaven findet man einen gut besuchten Yachthafen, neben dem berühmten Fähranleger, der "Alten Liebe", gelegen, vor dessen Einfahrt ein teilweise starker Querstrom läuft.
Die Oste, der größte Nebenfluß der Elbe im Revier, ist bis Osten ohne den Mast zu legen schiffbar, und bietet viele gute Liegemöglichkeiten und Ausflugsziele.
Nach Otterndorf fährt man über eine bei Niedrigwasser freiliegende Barre vor dem Medemsand in den teilweise trockenfallenden Hafen.

In Brunsbüttel findet man einen tidenfreien Platz im Kanalhafen, kann aber auch den trockenfallenden alten Elbhafen nutzen. Das Einschleusen der großen Seeschiffe in den Nord-Ostsee-Kanal ist für viele ein sehenswertes Spektakel.
Oberhalb von Brockdorf befindet sich die Stör-Mündung. Hinter dem Sperrwerk liegt der Hafen von Borsfleet, flußaufwärts der sich in Mäandern schwingenden Stör findet man noch viele andere gute Liegeplätze und Ausflugsziele.
Glückstadt liegt hinter der Rhinplatte, einem der großen Sände, die das Hauptfahrwasser der Elbe von ihren Nebenarmen trennt. Hier gibt es einen tidenunabhängigen und ruhigen Binnenhafen hinter der Rhinschleuse und viele gute Matjeslokale in der malerischen Altstadt.
Gute Ankerplätze bieten die Nebenarme der Elbe, hinter der Rhinplatte, die Haseldorfer Nebenelbe und die Pagensander Nebenelbe sowie die Nebengewässer der Krückau- und Pinnaumündung.
Am Südufer mündet bei Stadersand die Schwinge in die Elbe, die bis Stade befahren werden kann und viele gute Liegemöglichkeiten bietet. Der alte Stader Handelshafen inmitten der mittelalterlichen Stadt fällt allerdings trocken.
Der größte Yachthafen der Elbe liegt in Wedel: der Hamburger Yachthafen mit seinen rund 2000 Liegeplätzen, zu dessen Mitgliedern auch der Hamburger Segel-Club gehört.

Seit 1992 gibt es in der Hamburger City einen kleinen Yachthafen, den City Sporthafen Hamburg, direkt neben der Übersee-Brücke und der historischen Speicherstadt gelegen und bietet die Alternative zum Besuch der Hamburger Innenstadt.
Diese kurze Revierbeschreibung ist natürlich unvollständig und ersetzt kein Revier-Handbuch oder gar Seekarten. Sie soll lediglich die Neugierde auf das Revier Elbe wecken.